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Hund hört nicht

 

Ich gehe davon aus dass Dein Hund die Grundsignale wie "Sitz Platz Bleib" beherrscht und diese auch jederzeit bei Dir sofort ausführt. Wie sieht dies aber auf Distanz aus?

 

Ein gutes Beispiel was Du selber mit Deinem Hund testen kannst: Dein Hund steht bei dir und du wendest das Signal "Sitz" an - Dein Hund wird sofort, so gehe ich davon aus, diesen Wunsch ausführen und sitzen.

 

Gebe nun Deinem Hund das Signal "Sitz" wenn er ca. 10 Meter vor Dir steht. Fast bei allen Hunden geschieht nun folgendes: Er kommt zu Dir und führt dann das Signal aus.

 

Ein zweites Beispiel: Dein Hund läuft ein paar Meter vor dir und Du gibst das Signal für Platz, er kehrt sich um schaut Dich an , führt aber da Signal nicht aus.

 

Dies bedeutet Dein Hund kann die Grundsignale nicht auf Distanz ausführen, er kann aber auch nichts dafür denn er hat es ja nie auf Distanz gelernt. Logischerweise lernen wir unserem Hund die Signale wenn er bei uns ist und merken erst viel später wenn die Situation dies erfordert, dass er auf Distanz diese Signale nicht ausführt. In seinem Kopf ist die Verknüpfung so:

 

 "Gehe zum Mensch und führe dann das Signal aus".

 

Diese beiden Distanz Trainingsmethoden lasse ich immer wieder gerne in meinen Hunde Trainingsstunden mit einfliessen und ist eine tolle Abwechslung. Der Hund wird nicht nur körperlich sondern auch geistig gefordert. Das Erlernte gibt dann später beim Spazierengehen mit dem Hund, mehr Sicherheit. Diese Distanzarbeit ist auch für den Mensch ein Lernprozess und er wird feststellen wie feinfühlig der Hund auf die Körpersprache reagiert. Diese gemeinsame Arbeit stärkt die Bindung und bildet ein Team zwischen Mensch und Hund. 

Rückruf Hund

Diese sogenannte Distanzarbeit muss ebenfalls wie die Grundsignale erst mal mit dem Hund trainiert und gefestigt werden. Es ist eine Arbeit die nicht von heute auf morgen funktioniert es ist ein Training welches über längere Zeit stetig wiederholt werden muss bis dies im Gehirn des Hundes gefestigt, sprich Konditioniert ist. Um Deinen Hund später zuverlässig zurück zu rufen, muss er auf Distanz die Grundsignale ausführen können.

Antijagdtraining

Den Hund auf Distanz zu führen und ihm Signale zu geben die er dann auch umgehend umsetzt, ist gerade bei Hunden die man auch ohne Leine laufen lassen kann, sehr wichtig. Gerade dann, wenn du im Wald unterwegs bist mit viel Ablenkung, ist es wichtig die Aufmerksamkeit seines Hundes zu bekommen. So ist die Distanzarbeit ebenfalls für das "Antijagdtraining" sehr geeignet.

Distanz - Trainingsmethoden

Für diese Distanzarbeit gibt es ganz tolle Trainingsmöglichkeiten und zwei davon stelle ich hier kurz vor:

Die erste Distanz Trainingsmethode ist das Longieren welches ursprünglich aus dem Pferdesport kommt. Der Mensch hält das Pferd an einer langen Leine genannt Longe und führt es im Kreis um sich herum. Eine andere Theorie woher das longieren mit dem Hund kommt, ist die Art und Weise wie Hütehunde die Schafe auf bestimmte Signale treiben, stoppen und Richtungswechsel vornehmen. Die Hütehunde beginnen damit dass die Schafe in einem Kreis stehen, also simuliert dies wieder den Kreis beim longieren.

 

 

 

Beim Longieren mit dem Hund steht der Mensch im Kreis und der Hund ist ausserhalb und darf diesen Kreis nicht betreten. Zu Beginn ist die Distanz noch nicht zu gross zwischen Mensch und Hund dies wird dann aber stetig erweitert so das am Ende der Mensch praktisch in der Mitte des Kreises steht und der Hund ist auf eine gewisse Distanz ausserhalb und führt die Signale welche mit Körpersprache vom Menschen mitgeteilt wird, aus.

 

 

 

Die zweite Distanztrainingsmethode ist noch jünger als die erste und hat den Ursprung in den USA. Es nennt sich Hoopers - Agility. Im Namen ist zwar das Wort beinhaltet welches wir ja bereits als Sportart "Agility" kennen, hat aber einen wesentlichen Unterschied. Bei Agility muss der Mensch mit seinem Hund mitlaufen springen und vieles mehr, also körperlich sehr aktiv mitarbeiten. Bei Hoopers Agility führt der Mensch seinen Hund aus der Entfernung durch einen Parcour und dies mittels Körpersprache Sicht- und Hörzeichen. Der Hund muss bei beiden Distanztrainingsmethoden seine volle Aufmerksamkeit und Orientierung seinem Menschen widmen damit er im richtigen Augenblick die richtigen Signale erkennt und diese dann entsprechend ausführt.

Hunderassen

Für Distanztraining sind alle Hunde geeignet denn ein grosser Vorteil ist, dass der Mensch das Tempo seines Hundes je nach Rasse und Alter selber dosieren kann. Je nach Grösse oder Rasse des Hundes benötigt der eine etwas mehr Zeit um den Parcour zu laufen, als andere. Mit diesen Trainingsmöglichkeiten wo in der Lernphase noch mit der Leine gearbeitet, später aber dann alles ohne Leine durchgeführt wird, stärkt sich die Teamarbeit zwischen Mensch und Hund enorm und der Hund wird durch den Parcour oder im Kreis nur mit Ruf und Sichtzeichen des Menschen, gelenkt.

Hundeschule

Diese beiden Distanz Trainingsmethoden lasse ich immer wieder gerne in meinen Hunde Trainingsstunden mit einfliessen und ist eine tolle Abwechslung. Der Hund wird nicht nur körperlich sondern auch geistig gefordert. Das Erlernte gibt dann später beim Spazierengehen mit dem Hund, mehr Sicherheit. Diese Distanzarbeit ist auch für den Mensch ein Lernprozess und er wird feststellen wie feinfühlig der Hund auf die Körpersprache seines Menschen reagiert. Diese gemeinsame Arbeit stärkt die Bindung und bildet ein Team zwischen Mensch und Hund. 

 

Wie sieht es bei Dir und Deinem Hund mit der Distanzarbeit aus? Hast Du den Test mit den Grundsignalen gemacht?

Schreib uns doch im Kommentar Dein Erlebnis und Erfahrung darüber.

 

LG Angi Pinth

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